Am 5. August erlebte der japanische Aktienmarkt einen massiven Ausverkauf, der als sein „schlimmster Tag aller Zeiten“ gilt.
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| Der Rückgang spekulativer Transaktionen wie der oben beschriebenen gilt als Hauptgrund für den jüngsten Einbruch am japanischen Aktienmarkt. (Quelle: CDN) |
Konkret stürzte der Topix-Index in seinem schlechtesten Handelstag seit 1987 um 13 % ab. Der Index liegt nun fast 25 % unter seinem Höchststand, den er erst vor einem Monat erreicht hatte.
Der Nikkei-Index schloss den Handelstag mit einem Minus von 12,4 % bei 31.458,42 Punkten. Prozentual gesehen ist dies der zweitgrößte Rückgang seit dem Börsencrash am „Schwarzen Montag“ im Oktober 1987, als der Index 3.836,48 Punkte bzw. 14,9 % verlor.
Der Yen erholt sich derweil kräftig und ist seit vor weniger als einem Monat, als er ein 37-Jahres-Tief erreichte, um 12 % gestiegen.
Diese Marktschwankungen spiegeln Veränderungen in der Geldpolitik wider. In den vergangenen 18 Monaten hat der Yen stark abgewertet, da die US-Notenbank (Fed) die Zinsen angehoben hat, während die Bank von Japan (BoJ) untätig blieb.
Zu dieser Zeit erlebte der Carry-Trade, bei dem Anleger billige Yen leihen, um renditestärkere Anlagen in US-Dollar oder Euro zu tätigen, einen Boom, was den Yen weiter schwächte.
Der schwache Yen hat die Auslandsgewinne japanischer Unternehmen gesteigert und ausländische Investoren an den japanischen Aktienmarkt gelockt. Im Jahr 2023 und im ersten Halbjahr 2024 tätigten ausländische Investoren Nettokäufe japanischer Aktien im Wert von 9 Billionen Yen (60 Milliarden US-Dollar).
Doch nun wendet sich das Blatt. Die Bank von Japan (BoJ) hat erste Schritte zur Straffung ihrer Geldpolitik unternommen. Am 31. Juli erhöhte sie die Leitzinsen von rund 0,1 % auf rund 0,25 %. Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass die US-Notenbank (Fed) bald mit Zinssenkungen beginnen wird.
Diese Prognosen wurden am 2. August verstärkt, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht zeigte, dass die Wirtschaft im Juli nur 114.000 neue Stellen geschaffen hatte, weniger als die von den Investoren erwarteten 175.000 Stellen.
Der japanische Yen legte auf 141 Yen pro US-Dollar zu und erreichte damit den höchsten Stand seit sieben Monaten. Zuvor war die Währung am 2. August im New Yorker Handel von 148 Yen auf 146 Yen pro US-Dollar gestiegen, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten für Juli schwächer als erwartet ausgefallen waren und damit die Sorge vor einer möglichen Rezession verstärkt hatten.
Der Anstieg des Yen-Kurses befeuerte den Börsencrash. Zuvor zählten japanische Exportunternehmen zu den größten Profiteuren der Yen-Schwäche, da sie den Großteil ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaften, ihre Gewinne aber in Yen ausweisen.
Diese Unternehmen befinden sich nun in einer schwierigen Lage. Am Aktienmarkt hatte der Margin-Handel – also Transaktionen mit geliehenem Geld – vor dem erwähnten Kurssturz den höchsten Stand seit 2006 erreicht. Diese fremdfinanzierten Anlagen werden nun rasch zurückgefahren.
Deshalb erleben ehemals beliebte Aktien jetzt die größten Kursverluste.
Die Aktien von Tokyo Electron, einem wichtigen Halbleiterlieferanten, fielen am 5. August um 18 %.
Die Aktien großer japanischer Banken brachen ein: Mizuho Financial Group verlor 19,7 %, Mitsubishi UFJ Financial Group 17,8 %, Resona Holdings 19,5 % und Sumitomo Mitsui Financial Group 15,5 %. Auch Regionalbanken waren betroffen: Die Aktien der Chiba Bank fielen um 23,7 %, die der Fukuoka Financial Group um 17,9 % und der Brokerriese Nomura Holdings um 18,6 %.
Derzeit wird der Rückgang spekulativer Transaktionen wie der oben beschriebene als Hauptgrund für diesen jüngsten Einbruch am japanischen Aktienmarkt angesehen.
Nahezu kein Experte glaubt, dass japanische Unternehmen in ernsthaften Schwierigkeiten stecken oder dass die Stabilität des japanischen Finanzsystems gefährdet ist.
Naka Matsuzawa, ein erfahrener Stratege bei Nomura Securities, teilt diese Ansicht und kommentiert: „Ausländische Investoren verkaufen japanische Aktien aufgrund der Befürchtung, dass die USA auf eine Rezession zusteuern könnten, nicht unbedingt aus spezifischen Gründen, die mit Japan zusammenhängen.“
Quelle: https://baoquocte.vn/vi-mot-ly-do-cua-my-chung-khoan-nhat-ban-chim-trong-sac-do-nha-dau-tu-ban-thao-281487.html








