Eine Zeit, als die Menschen Reisgerichte auf ihren Schultern trugen.

Das Restaurant Nr. 1 für gebrochenen Reis von Frau Nguyen Thi Lan (70 Jahre alt) existiert seit über 60 Jahren und befindet sich in der Gasse 150/1 Nguyen Trai, Ben Thanh Ward, Bezirk 1, Ho Chi Minh City.

Frau Lan führt nach ihrer Mutter in zweiter Generation das Geschäft mit dem Verkauf von Reisgerichten fort. Ihre Mutter wurde in Long Xuyen ( Provinz An Giang ) geboren, heiratete später und zog nach Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt), um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

„Long Xuyen hat eine Spezialität: Bruchreis mit Schweineschwarte und Schweinefleischfrikadellen. Meine Mutter stammt aus Long Xuyen und kann Bruchreis mit Schweineschwarte und Schweinefleischfrikadellen besonders gut zubereiten. 1963 war das Leben schwierig, mein Vater war abwesend, also beschloss meine Mutter, Bruchreis zu verkaufen.“

„Unerwarteterweise ist mein Gericht aus gebrochenem Reis mit Schweinehaut und Schweinefleischfrikadellen sehr beliebt geworden, sogar bei Prominenten“, sagte Frau Lan.

In jenen Jahren war die Gasse vor Frau Lans Haus noch ein unbefestigter Weg. Die Häuser ringsum standen spärlich, hatten Ziegeldächer und waren ziemlich baufällig.

Lans Mutter stellte vor dem Haus zwei Tragestangen mit Reistellern auf und ergänzte das Ganze mit ein paar alten, wackeligen Stühlen. Damals wurden Reisteller nur mit Schweineschwarte und Schweinefleischfrikadellen serviert, nicht mit so vielen anderen Beilagen wie heute. Trotzdem wurde der Reistellerstand ihrer Mutter schnell berühmt und zog viele Kunden an.

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Frau Lan erinnert sich an die Anfänge, als ihre Mutter mit einer Tragestange vor dem Haus Reisgerichte verkaufte. Foto: Ngoc Lai

„Damals gab es in Saigon nicht viele Orte, an denen man Bruchreis kaufen konnte. Der Essensstand meiner Mutter befand sich im Stadtzentrum, in der Nähe von Druckereien, Redaktionen, Theatern und Cafés. Daher war es für Künstler, Journalisten und andere praktisch, dort vorbeizukommen und etwas zu essen.“