Das Konzept der Dachbegrünung ist nicht neu und lässt sich bis ins antike Rom und Mesopotamien zurückverfolgen. Aktuell suchen Forscher nach Wegen, dieses alte Konzept nachhaltiger und kostengünstiger zu gestalten. Europa konzentriert sich derzeit auf die Forschung und Entwicklung von Produkten, die das Fundament der Dachbegrünungsbranche bilden sollen.
Eine Studie der University of Technology Sydney aus dem Jahr 2023 ergab, dass Gründächer in Kombination mit Solaranlagen nicht nur die Biodiversität und die Solarstromproduktion um 107 % steigern, sondern auch die Temperaturen um 8 °C senken.

Gründächer haben in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit erlangt, da neuere Forschungsergebnisse gezeigt haben, dass die Zugabe von Vulkanasche auf Dächer die Temperatur stabilisieren, Unkrautwuchs verhindern, extremen Witterungsbedingungen standhalten, Wasser effektiv ableiten und den Wartungsaufwand reduzieren kann. Deutschland, die Schweiz und Skandinavien haben die meisten dieser wegweisenden Studien durchgeführt.
Laut dem Deutschen Verband für Nachhaltiges Bauen (BuGG) verfügte Deutschland bis in die 2020er-Jahre über rund 3,1 Millionen Quadratkilometer begrünte Dächer. Frankreich führte 2015 als erstes Land ein bundesweites Gesetz ein, das die Begrünung oder Solaranlagen auf den Dächern neuer Gewerbebauten vorschreibt.
Laut aktuellen Marktstudien ist der Markt für Dachbegrünung in Nordamerika um mehr als 45 % gewachsen und umfasst derzeit rund 1.215 Projekte. Chicago, die Stadt mit den meisten Dachbegrünungen in den USA, installierte im vergangenen Jahr rund 56.000 m² Dachbegrünung und plant 600 weitere Projekte, um die Gesamtfläche auf etwa 650.000 m² zu erhöhen.
Die Forschung zu Dachbegrünung in Nordamerika begann später als in Europa. Das Umweltberatungsunternehmen American Rivers schätzt, dass eine Investition von 10 Milliarden US-Dollar in Dachbegrünung 190.000 Arbeitsplätze schaffen und 4,5 Milliarden Quadratmeter Dachfläche begrünen könnte.
Dr. Chris Lawson, leitender Designer bei CK Architectural, erklärte, dass Gründächer trotz des wachsenden Bewusstseins für Klimaneutralität und Umweltbelange weiterhin mit erheblichen Hürden in Bezug auf Investitionen, Kosten und Vertrauen konfrontiert sind. Einige Regionen fördern die Installation von Gründächern durch Gebäudeeigentümer und Bauträger. So bietet beispielsweise die Stadt Philadelphia eine Steuergutschrift an, die 50 % der Kosten eines Gründachs bis zu 100.000 US-Dollar abdeckt.
Auch große Öko-Resorts erkennen die Vorteile von Dachbegrünung. Im NH Collection Copenhagen Hotel in Dänemark bedecken 3.000 Quadratmeter immergrüne Pflanzen den größten Teil der Dachfläche. Diese Pflanzen sind nicht nur ästhetisch ansprechend und wechseln ihre Farbe von Grün über Gelb bis hin zu Hellrosa, sondern absorbieren auch 50 bis 70 Prozent des Niederschlags.
Circe Sher, Mitbegründerin von Piazza Hospitality, berichtete, dass Gäste des H2hotels in Healdsburg immer wieder das farbenfrohe Dach bewundern möchten, das mit Blumen, Vögeln und Bienen geschmückt ist. 75 % des Daches sind begrünt und spiegeln so die umliegenden Hügel wider.
David Goldberg, Direktor des Stensgar Pavilion Design im Coeur d'Alene Casino Resort Hotel in Idaho, USA, erklärte, dass der Vorstand die ökologischen Vorteile von Gründächern hervorheben wolle, wie etwa die Reduzierung von Hitze und Kühlung, die Schaffung einer lebenswerten Umgebung und die Bewirtschaftung von Regenwasser.
Mit der Weiterentwicklung von Gründächern wird ihr Potenzial zur Umgestaltung urbaner Landschaften immer deutlicher. Angesichts nachgewiesener Vorteile wie erhöhter Biodiversität, Energieeffizienz und verbessertem Regenwassermanagement dürfte die Zukunft von Gründächern noch weitere Vorteile bieten.
LAM DIEN
Quelle: https://www.sggp.org.vn/lam-mat-thanh-pho-bang-mai-nha-xanh-post751959.html







