Das Ministerium für Industrie und Handel erklärte, es werde auch weiterhin die Meinungen von Verbänden, Unternehmen und Experten hinsichtlich der Einrichtung einer Erdölbörse in Vietnam berücksichtigen, um sowohl die Vorgaben der Regierung ernsthaft umzusetzen als auch die Einrichtung eines für Vietnam geeigneten Modells zu prüfen und zu erforschen.
Mitte Juli beauftragte Vizepremierminister Le Minh Khai das Ministerium für Industrie und Handel mit der Erforschung und Entwicklung von Lösungen zur Einrichtung einer Erdölbörse. Ziel ist es, Transparenz im Geschäftsverkehr zu gewährleisten, Preisinformationen öffentlich zugänglich zu machen, Monopole abzubauen, einen flexiblen Preismechanismus zu garantieren und Vertrieb und Umlauf zu verbessern.
Tatsächlich wurde das Modell einer Erdölbörse bereits im Zuge früherer Überarbeitungen des Erdölgesetzes von zahlreichen Experten und Unternehmen vorgeschlagen. Die Begründung lautet, dass der vietnamesische Erdölmarkt, obwohl nach wie vor ein Staatsmonopol, zunehmend von der Beteiligung des Privatsektors, insbesondere im Einzelhandel, geprägt ist. Das Erdölgesetz 80/2023/ND-CP erlaubt Einzelhändlern den Einkauf von Waren bei verschiedenen Lieferanten. Nun gibt es Vorschläge, Vertriebsunternehmen und Primärhändlern den Warenkauf untereinander nach marktwirtschaftlichen Prinzipien zu ermöglichen.
Dies gilt als wichtige Voraussetzung für die Einrichtung einer Erdölbörse in Vietnam. Allerdings bestehen weiterhin erhebliche Bedenken hinsichtlich der Umsetzung und Effektivität dieses Modells.
Die größte Herausforderung stellen die hohen Anfangsinvestitionskosten dar. Die Einrichtung einer Erdölbörse erfordert erhebliche Investitionen in Infrastruktur, Technologie und Personal.
Zweitens ist ein strenger Management- und Überwachungsmechanismus erforderlich, um die Offenheit und Transparenz der Börse zu gewährleisten und Marktmanipulationen zu verhindern.
Drittens besteht das Risiko kontinuierlicher, teils unvorhersehbarer Marktschwankungen, da der Erdölmarkt sehr preissensibel ist. Daher muss der Betrieb der Börse auch mit internationalen Vorschriften vereinbar sein.
Es gibt noch viele weitere, schwer zu beantwortende Fragen, etwa welche Rolle der Staat auf dem Erdölmarkt spielen sollte, um Marktprinzipien zu gewährleisten, fairen Wettbewerb für Unternehmen zu ermöglichen und seiner Verantwortung für die Stabilisierung dieses Marktes nachzukommen. Oder die Frage, ob eine separate Erdölbörse errichtet oder – wie in einigen Ländern üblich – eine Notierung an einer Rohstoffbörse angestrebt werden sollte.
In der Diskussion über die Effektivität des Erdölbörsenmodells stellten einige Abgeordnete der Nationalversammlung offen fest, dass der Erfolg der Börse maßgeblich davon abhängt, ob den Händlern der freie Kauf und Verkauf gestattet wird; wenn die Regulierungsbehörde weiterhin die Preise festlegt und den Umfang des Kaufs und Verkaufs einschränkt, dann ist die Einrichtung einer Erdölbörse sinnlos.
Weltweit suchen viele Länder nach einem geeigneten Modell für eine Erdölbörse. Derzeit gelten zwei Erdölbörsen als recht erfolgreich: die Chicago Exchange (USA) für WTI-Rohöl und die London Exchange für Brent-Rohöl. Diese beiden Börsen sind erfolgreich, weil sie ein ausreichend großes Marktumfeld mit einem ausreichend großen Volumen an Erdölprodukten sowie einer entsprechenden Anzahl an Käufern und Verkäufern geschaffen haben.
In Vietnam wurde der Handel mit Produkten wie Rohöl und Erdgas an der Vietnam Commodity Exchange (MXV) von Mai 2020 bis Mai 2024 im Rahmen eines Pilotprojekts zugelassen. Die Verantwortlichen der MXV räumen jedoch ein, dass sich nur wenige Unternehmen beteiligten, da die Regelung nicht stabil war und die Entscheidung, den Pilothandel an der MXV zuzulassen, nur auf Jahresbasis galt, was bedeutete, dass nach Ablauf der Frist eine Verlängerung beantragt werden musste.
Das Pilotprogramm wurde am 27. Mai 2024 aufgrund der Überarbeitung des Dekrets 80/2023/ND-CP zum Erdölgeschäft durch das Ministerium für Industrie und Handel sowie der Änderung der Dekrete 158/2026/ND-CP und 151/2018/ND-CP zur Regelung des Handelsgesetzbuches für den Warenhandel an der Warenbörse eingestellt. Als Lösung wird vorgeschlagen, den Handel mit Energie- und Erdölprodukten an der vietnamesischen Warenbörse wie bisher fortzuführen, um den Versicherungs- und Investitionsbedarf von Unternehmen zu decken und gegebenenfalls weitere Produkte wie E5 RON 92 und RON 95 Benzin anzubieten. Dies dient auch als Grundlage für die Prüfung und den Vorschlag, eine an die vietnamesischen Gegebenheiten angepasste Erdölbörse einzurichten.
Die Einrichtung einer Erdölbörse ist zweifellos notwendig, doch für deren effektive Verwaltung und den Betrieb sowie die Erreichung ihrer Ziele bedarf es weiterer Zeit für gründliche Forschung und Evaluierung. Dies erfordert den Konsens und die Entschlossenheit der Regierung und der zuständigen Behörden.
Quelle: https://baodautu.vn/mo-hinh-san-giao-dich-xang-dau-d221398.html







